Zauberei aus reinem Herzen - humanitärer Korridor (Artikel in der Brester Tageszeitung)

Der Handarbeitszirkel der invaliden Kinder "Zauberer" ist sehr jung. Er gehört zur Organisation „der Invalide und der Alltag“, besteht seit 4 Jahren und wurde auf Initiative von Ljudmila Stepanowich geschaffen. Diese Idee kam ihr, nachdem als Ergebnis eines schweren Unfalls ihr Sohn Invalide wurde. Man musste ihn für etwas begeistern. Er besitzt eine geschickte Hand und reiche Fantasie: bis zu dem Unglück mit dem Sohn arbeitete die Frau in der Souvenirfabrik . Die Handarbeiterin begann zu fragen. Warum sollte sie dieses Handwerk nicht ihrem Sohn und anderen Kindern lehren? Ljudmila Wasiljewna hat um sich einige invalide Kinder vereinigt. Erstes Problem war die Unterbringung. Der Zirkel arbeitete in der Wohnung. Jetzt mieten "die Zauberer“ ein Zimmer im Haus der Veteranen. Christiane Gräßer aus der deutschen Stadt Greiz in Thüringen hat über sie die Patenschaft übernommen. Dann kam sie im vorigen Jahr zum ersten Mal nach Brest, um ihre unter Treuhandschaft stehenden Personen kennenzulernen. In diesen Tagen war die deutsche Beschützerin nun wieder einige Zeit bei den jungen "Zauberern". Als unsere verehrte Walentina Gruschwitz, die ebenfalls in Deutschland wohnt, Christiane gebeten hat, die Patenschaft über die kleinen Invaliden aus dem Zirkel "Zauberer" zu übernehmen, ist jene sofort darauf eingegangen. Der Vorschlag entsprach ihrem inneren Wunsch, zu helfen. In vielem hat ihn ihre Herkunft bestimmt: Christiane ist in einer großen Familie mit 7 Menschen aufgewachsen. Es war die Zeit, erzählte der deutsche Gast, als auch sie ernste materielle Schwierigkeiten erfuhren Sie lebten in der DDR und freuten sich über die Geschenke aus dem Westen. Gerecht rechnet der, wer die Armut erkannt hat. Christiane kann die Probleme anderer am besten verstehen. Davon hat sie sich noch einmal überzeugt, als sie anfing, die Mittel für die Hilfe der Kindern aus dem Zirkel "Zauberer" zu sammeln: Wenn Du Dich an einen Landsmann mit der Bitte wendest, sein Scherflein zur Wohltätigkeit beizutragen, so sind es sehr selten die wohlhabenden Leute, die beitragen! Öfter kommen die entgegen, die  nicht so viel verdienen. Christiane arbeitet im städtischen Rathaus im Bauamt, beantwortet Bauanfragen. Und 5 Jahre war sie Nonne in einem Kloster. Später ist sie zurückgekehrt in das zivile Leben.

In Greiz gibt es ein paar Organisationen, die den Leuten aus anderen Ländern, in Rumänien und den Weißrussen helfen. Aber viele handeln, wie auch Christiane, privat. Freilich, hat der Gast betont, bedeutet privat nicht, dass es keine staatliche Kontrolle gibt. Die gesammelten Mittel werden auf einem speziellen Konto in der Bank gesammelt und befinden sich unter Kontrolle.

Unter den jungen Helfern Christiane Gräßers sind nicht wenige, die ihre Süßigkeiten sparen, die Kleidung nähen, später das alles verkaufen und in die allgemeine Schulkasse übergeben. Früher wurde das Geld nur zum eigenem Zweck verwendet, für die Bedürfnisse der Schule oder der Klasse. Doch nachdem Christiane ausführlich den Schülern und den Lehrern, erzählt hat, wie bei uns die invaliden Kinder leben, fingen die Kinder an, ihr Teile des Geldes für die Hilfe an den "Zauberern" zu übergeben. Dabei umfasst der genannte Zirkel die relativ kleine Menge von 8  Kindern. (Anmerkung: es handelt sich insgesamt um 2 Gruppen mit insgesamt 15 Kindern Chr. Gräßer) Auf die Frage der Behörden, die Zahl zu vergrößern, lautete die Antwort nein -  keine Möglichkeit. Und daher fing dieser Zirkel an, öffentlich aufzutreten, da der Raum, der im Haus der Veteranen gemietet wurde, es nicht ermöglicht, die Arbeiten dort auszustellen. Ja und 8 invalide, behinderte Kinder sind vollkommen genug für eine Ljudmila Stepanovich, die mit ihnen arbeitet. Doch erfüllten nicht alle Eltern die Hauptbedingung: die Kinder müssen die Beschäftigungen drei Mal in der Woche besuchen. Einige haben sich, leider, nur für den Zirkel interessiert, weil hierher humanitäre Hilfe kommt. (Anmerkung: sie bilden nun die zweite Gruppe und treffen sich ca. 2 mal die Woche) Doch soll der Stein nach niemandem geworfen werden. Die Hilfe ist jeder Familie nötig: die Unterstützung für das invalide Kind beträgt keine 40 Tausend Rubel. Aber doch ist der Zirkel  nicht die einzige Chance, irgendwelche Unterstützung zu bekommen. Bei ihm stehen im Vordergrund Maßnahmen der Förderung in der Entwicklung der invaliden Kinde, in erster Linie kleine Freundschaften zu knüpfen, mit anderen invaliden Kindern zusammen zu sein und für das Leben zu lernen. Die humanitäre Hilfe ist  gleichsam die Ergänzung dazu, bewirkt hier etwas. Leider wollen nicht alle Eltern das gelten lassen. Christiane erfuhr über den Streit, der hier bei der Verteilung der humanitären Hilfe im vorigen Jahr entstand. Bei diesem jetzigen Besuch wollte Christiane ausführlich fragen, um sich klar zu werden, wie die Sache jetzt steht. Mit der den Deutschen eigenen Pedanterie fragte sie die bei dem Treffen anwesenden Mütter aus, ob bei ihnen jemand irgendwelche Ansprüche nach der Verteilung der humanitären Hilfe hat, sie bat den Leiter des Zirkels, die Mitglieder seines Vorstandes, die Dokumente, die die Kosten und Aufwände bestätigen, aufzuzeigen, und ist zufrieden mit dem, was sie erfuhr. Man kann die Schlussfolgerung machen, dass der Riss, die Spaltung der Eltern und des Kollektives des Zirkels im vergangenen Jahr schon entstanden ist. Christiane bezog sich auf diese Sache und  wiederholte: "Wie sich auch die Beziehungen zwischen den Erwachsenen gestalten, es soll sich nicht auf die Kindern auswirken. Sie sollen nicht wegen irgend jemandes Streit oder Ambitionen leiden. „Die Kinder aus dem Zirkel "Zauberer" -  das sind alles meine Kinder! Und mir ist nicht egal, wie sie sich unter uns  fühlen. So sollen alle Eltern an die Kinder denken!“ Der Vektor der Hilfe aus Deutschland ist auf viele Winkel Weißrusslands gerichtet. In Brest bekommen auch viele andere sie. Jemand könnte wahrscheinlich bemerken, dass 8-15 invalide Kinder, über die Christiane Gräßer die Treuhand übernommen hat, nicht viel sind in den Maßstäben des ganzen Landes. Aber kann man so etwas berechnen? Selbst wenn nur einer in seiner Güte das Herz eines vom Schicksal benachteiligten Kindes erwärmt, ist das ausgezeichnet! Leider entstehen zusätzliche Schwierigkeiten mit der Zustellung der humanitären Hilfe beim Grenzübergang, wo in langen Reihen gewartet werden muss, viele Stunden vergehen. Die Frage, über "die grüne Straße" solche Ladungen über die Grenze zu lassen, bleibt offen, obwohl sie in verschiedenen Instanzen, nicht nur einmal und nicht nur auf den Seiten von unserer Zeitung gestellt wurde. Leider treffen die Vorwürfe der Unzuverlässigkeit immer noch den, der die humanitäre Hilfe verteilt. Und hier wirst Du die Natter zum Staat des Anspruches nicht vorlegen. Bei allem dem werden die Quellen der Barmherzigkeit nicht versiegen, solange  es solche Leute, wie Christiane Gräßer aus der deutschen Stadt Greiz gibt.                                                                                            

Maria Kreiditsch  12.04.2002