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Belarus

                                                        

 

Belarus
Fläche:  207 595 km²
Bevölkerungszahl:  10 239 000 Einwohner (1998)
Bevölkerungsdichte: 48 Einwohner je km²
Hauptstadt:   Minsk
Belarus grenzt an Lettland, Litauen, Russland, die Ukraine und Polen. Seen und große Moorgebiete (etwa 15 % des Landes) und Wälder prägen das Landschaftsbild. Mischwälder mit Birken, Eichen, Ahorn und Fichten bedecken ein Drittel der Fläche. Der Dnjepr und andere große Flüsse durchfließen das überwiegend flache Land.
Amtssprachen sind Weißrussisch und Russisch. Die Bevölkerung ist überwiegend russisch-orthodox, daneben gibt es auch römisch-katholische, protestantische und jüdische Gemeinden.
Belarus ist seit 1991 Präsidialrepublik und Teil der GUS. Staatsoberhaupt ist Alexander Lukaschenko .
Luftpost nach Europa braucht etwa 10 Tage. Der Warenverkehr/Zoll ist durch zahlreiche Bestimmungen eingeschränkt. Die Kommunikation per Post, telefon, Internet ist nicht zuverlässig.
Weißrussische Währung ist der Belarussische Rubel. Der Kurs des Belarussischen Rubels zum Euro steht derzeit bei ca. 12500 BYR zu 1 € (offiziell). Die inoffiziellen Tauschkurse liegen etwa 1-2-mal höher. Die eigentlichen Preisverhältnisse sind ähnlich den unsrigen (mittlere bis untere Preiskategorie). Doch der Verdienst im Monat beträgt nur ein Bruchteil des deutschen und wird oft unregelmäßig oder nicht in Geld sondern in Naturalien (den Produkten des jeweiligen Betriebes) ausgezahlt.

Durchschnittslohn: nach persönlichen Befragungen derzeit ca. 90 € im Monat, absoluter Spitzenverdienst sind ca. 150 € im Monat, Renten liegen bei ca. 30 € im Monat

Wie alle ehemaligen Ostblockstaaten hat auch Belarus große
wirtschaftliche Probleme. Es steht faktisch vor dem Staatsbankrott. Die Arbeitslosigkeit liegt bei etwa 30-50 %, weit mehr als ein Viertel der Bevölkerung lebt unter der Armutsgrenze. Größter Arbeitgeber ist die Industrie. Der Staat versucht Kredite zu erhalten von der IWF, von der EU, von Russland, China, dem Iran. Es fehlt aber an den nötigen politischen Korrekturen. Dabei wird nur ein kleiner Anteil der Industriewaren vor allem in östliche Staaten exportiert. Kartoffeln und Getreide sind die wichtigsten Agrarerzeugnisse. Die Viehzucht spielt ebenfalls eine Rolle. In diesem Jahr wird eine Inflationsrate von weit mehr als 100% erwartet. Belarus hat kaum Bodenschätze.
Sehr teuer und Mangelware: eigentlich alles...  Fisch, Fleisch, Gemüse, Obst, Möbel, Schuhe, Kleidung, Haushaltsgeräte, Kosmetik, Schulsachen, die Läden sind leer-

Essen & Trinken: Weißrussischer Borschtsch, eine Suppe aus roter Beete, die heiß mit saurer Sahne serviert wird und Filet a la Minsk sind nur einige der schmackhaften Spezialitäten. Kartoffeln bestimmen die Speisekarte, Pilze und Beeren sind die beliebtesten Beilagen. Sehr lecker ist Draschenij - ein Kartoffelgericht mit Pilzen - und Draniki - das mit eingemachten Beeren gereicht wird. Motschanka ist eine mit Schweineschmalz angemachte Suppe, zu der man heiße Eierkuchen ißt. Der aus über 100 Kräutern gebrannte Likör Belovjeschkaja hat einen ganz besonderen Geschmack. Eines der beliebtesten Getränke ist Tschai - schwarzer Tee. Kwas ist ein erfrischendes und ungewöhnliches Getränk aus gegorenem Mehl, Brot und Malz. Allgemein bekannt sind Wodka und Piwo.
Gesundheit und medizinische Versorgung: auf Grund der maroden Wirtschaft verschlechtert sich die medizinische Versorgung auch in den Städten dramatisch.

Ein Beispiel: Gena Stscherba (siehe "Die Zauberer") benötigte dringende orthopädische Operationen. Ihm wurde in Minsk zugesagt, dass alle Kosten von der Versicherung getragen würden. Nach der OP 2010 sollte er 250 € für 2 Wochen Krankenhausaufenthalt und 5000 € für die eingesetzten Implantate bezahlen. Als Spitzenverdiener konnte er einen Kredit erhalten, den er nun jahrelang abbezahlt, doch die nächsten Operationen stehen schon bevor! Unter diesen Umständen kann er weder eine Familie gründen, noch einen eigenen Hausstand.

Nur jedes 10. Kind ist gesund ! Lebenserwartung der Männer: 55 Jahre
Größtes Problem: mit Cäsium-137 kontaminierte Lebensmittel, im Gebiet um Brest von 1998 bis 2000 von 12,8 % auf 19,4 % gestiegen, 20 % der Milch sind selbst für Erwachsene gefährlich , laut verschiedenen Presseveröffentlichungen wird es noch bis zu 600 Jahre dauern, ehe das radioaktive Cäsium aus der Umwelt abgebaut ist.
Folgen der Verseuchung: Schilddrüsenkrebs, Nierenerkrankungen, Diabetes, Herzerkrankungen, Schäden des Immunsystems, Hepatitis, Leberzyrrhose
1998 im Gebiet um Gomel:1,4 % Sterblichkeit bei einer Geburtenzahl von 0,9 %, wobei die meisten Neugeborenen krank und mit Missbildungen zur Welt kommen. Nur 2,5 % der Kinder der zweiten Tschernobylgeneration kommen gesund zur Welt
70 - 90 % aller weißrussischen Kinder haben in ihrem Körper in gefährlichem Niveau radioaktives Cäsium-137 gespeichert.

Dies sind private Recherchen und keine offiziellen Berichte!