Gennadij Nikolaewitsch Stscherba

geb. 05.10.1988

Diagnose: angeborene Hypoplasie der interkostalen Muskeln rechts (Verkürzung der Zwischenrippenmuskeln), Missbildung der Finger und Rippen, Skoliose 11. Grad -soweit ich das beurteilen kann, ist Gennadis Oberkörper völlig schief und verwachsen und seine Finger ebenfalls nur teilweise ausgebildet.

Zur Familie gehört noch Wowa, zwei Jahre älter als sein Bruder. Der Vater, Nikolai arbeitet als Elektroschweißer. Die Mutter Galina ist Hausfrau, sie versorgt die Kinder.

Beschämend für uns Helfer ist die unendliche Dankbarkeit und Gastfreundschaft der Menschen in Weißrussland. Da vergisst man alle Strapazen der Vorbereitung und des Transportes schnell.

Bei meiner letzten Fahrt im Oktober 2010 konnte ich deutlich sehen, dass die Not und Probleme schon wieder größer geworden sind. Ich bin vielen verschiedenen Menschen begegnet. Allen helfen unsere Gaben zum Überleben. Doch mindestens ebenso wichtig ist der damit verbundene persönliche Kontakt, das Interesse und Mitgefühl, der Brief, die Freundschaft und Beziehung nach Greiz. Selbst im eigenen Ort und Land gibt es kaum Verständnis, Hilfe und Erleichterung für diese Menschen.

Genas derzeitige Situation (Oktober 2010):

Gena hat die Schule mit einem guten Abschluss beendet und danach einen Beruf gelernt. Erarbeitet seitdem in der Fabrik zur Herstellung von Küchenherden. Er ist Facharbeiter in der Abteilung für die Fertigung der Ceranfelder und verdient einen absoluten Spitzenlohn – 250 € im Monat. Dieser ist aber auch entsprechend schwer verdient. Da Gena nun erwachsen ist, musste/muss er sich abschließenden korrigierenden Operationen an seinem Skelett unterziehen. Allein für 2 Wochen Krankenhausaufenthalt muss er einen ganzen Monatslohn bezahlen. Nur für die Materialkosten der Implantate werden ihm 5000 € berechnet. Dafür hat er einen Kredit aufgenommen. Doch wie er die nächste OP bezahlen soll ist nicht geklärt. Unter diesen Bedingungen ist nur wegen seiner Krankheit sein weiteres Leben eingeschränkt – er wird über viele Jahre die Kredite abzahlen müssen und kann deshalb keine Familie und kein eigenes Heim gründen. Von den Spendengeldern konnte ich ihm bisher nur kleine Beträge geben. Ich habe dies nur am Rande aufgrund meiner Russischkenntnisse mitbekommen und Gena hat in keiner Weise „gebettelt“ Ich kenne ihn seit 2000, er ist ein guter Junge und verdient einen besseren Start ins Leben. Deshalb bitte ich um großzügige Geldspenden für ihn. Das Geld wird persönlich in bar übergeben.

Kurzinformationen:

1 € etwa 12500  BYR (weißrussische Rubel, offiziell) Stand Oktober 2011

Durchschnittslohn monatlich        etwa 70 – 90 €

Inflationsrate für das Jahr 2011   mehr als 100%

Medizinische Versorgung muss unabhängig vomEinkommen noch vor Beginn jedweder Behandlung bar bezahlt werden. Nur jedes 10. Kind ist gesund, nur 2,5 % der Kinder der 2. Tschernobylgeneration kommen gesund zur Welt. Die inländischen Lebensmittel sind mit Cäsium – 137 kontaminiert, 20 % der Milch sind selbst für Erwachsene gefährlich.

Folgen der Kontamination/Niedrigstrahlung: Schilddrüsenkrebs, Nierenerkrankungen, Diabetes, Herzerkrankungen, Schäden des Immunsystems, Hepatitis, Leberzirrhose, Missbildungen aller Art, etc.

70 – 90 % allerweißrussischen Kinder haben in ihrem Körper in gefährlichem Niveau radioaktives Cäsium – 137 gespeichert.